Die legendäre Cowboy Rifle im Kaliber 4,5 mm Diabolo

1. Einleitung

Die Faszination des Wilden Westens lebt weiter – nicht nur in Filmen, sondern auch im Schießsport. Mit der Cowboy Rifle im Kaliber 4,5 mm Diabolo holen sich Fans der Winchester-Ära ein Stück Geschichte in moderner, luftdruckbetriebener Form nach Hause. Diese Repliken verbinden historische Optik mit heutiger Technik und bieten eine unterhaltsame und präzise Möglichkeit für das Schießen auf Scheiben oder Klappziele.


2. Historischer Hintergrund & moderne Interpretation

Die Geschichte des Winchester-Repetierers beginnt eigentlich schon vor der Gründung der gleichnamigen Firma. Die grundlegende Mechanik wurde von Walter Hunt im Jahr 1849 mit seinem "Volition Repeater" entwickelt und später von Lewis Jennings verbessert. Diese Patente wurden von der Firma Volcanic Repeating Arms Company erworben, bei der ein gewisser Oliver F. Winchester als Investor einstieg.

Die Volcanic-Waffen waren kommerziell kein Erfolg, aber der Werkmeister Benjamin Tyler Henry entwickelte das System entscheidend weiter. Er schuf 1860 das Henry-Gewehr im Kaliber .44 Randfeuer. Dieses Gewehr hatte bereits den charakteristischen Unterhebelmechanismus und ein Röhrenmagazin unter dem Lauf. Es war eine revolutionäre Waffe, die im Amerikanischen Bürgerkrieg in begrenztem Maße eingesetzt wurde.

Oliver F. Winchester reorganisierte die Firma 1866 zur Winchester Repeating Arms Company. Das erste Gewehr unter diesem Namen war das Model 1866, auch bekannt als "Yellow Boy" wegen seines markanten Messing-Systemkastens. Es war eine verbesserte Version des Henry-Gewehrs, nun mit einer seitlichen Ladeklappe am Systemkasten, was das Nachladen erheblich vereinfachte.

Wichtige Modelle:

  • Model 1873: Oft als "Das Gewehr, das den Westen gewann" (The Gun That Won the West) bezeichnet. Es wurde für stärkere Zentralfeuerpatronen (wie die .44-40 WCF) ausgelegt, die auch in Revolvern wie dem Colt Single Action Army verwendet werden konnten. Dies erlaubte es Cowboys und Siedlern, eine Munitionssorte für Lang- und Kurzwaffe mitzuführen.
  • Model 1886: Entwickelt vom genialen Konstrukteur John Moses Browning. Dieses Modell hatte einen wesentlich stärkeren Verschluss (Verriegelung durch massive Keile statt eines Kniegelenks) und konnte leistungsstarke Patronen wie die .45-70 Government verschießen, was es auch für die Jagd auf Großwild tauglich machte.
  • Model 1892: Ebenfalls von Browning, im Grunde eine verkleinerte Version des 1886er-Modells für die beliebten Kurzwaffenkaliber (.44-40, .38-40, .32-20). Es wurde durch zahlreiche Westernfilme, oft in den Händen von John Wayne, weltberühmt.
  • Model 1894: Ein weiteres Browning-Design und eines der erfolgreichsten zivilen Gewehre aller Zeiten (über 7,5 Millionen Stück produziert). Es war das erste amerikanische Repetiergewehr, das speziell für die neue rauchlose Munition, insbesondere die Patrone .30-30 Winchester, ausgelegt war. Es wurde zur Standard-Jagdwaffe für die amerikanische Hirschjagd.
  • Model 1895: Dieses Modell brach mit der Tradition des Röhrenmagazins und verwendete ein festes Kastenmagazin. Dies ermöglichte die sichere Verwendung von Patronen mit Spitzgeschossen (Spitzer-Kugeln), die in Röhrenmagazinen aufgrund der Gefahr einer Zündung durch den Aufprall der Geschossspitze auf das Zündhütchen der vorderen Patrone nicht genutzt werden konnten.

Das Original – meist die Winchester 1873 – gibt es heute als detailgetreue Nachbildungen mit Luftdrucktechnik (meist CO₂-betrieben), die das legendäre Design mit einem praktischen und rechtlich unproblematischen System kombinieren. Hersteller wie Umarex (Legends Cowboy Rifle) haben hier besonders populäre Modelle auf den Markt gebracht.


3. Technische Daten & Leistung

Typisches Modell (z. B. Umarex Legends Cowboy Rifle):

  • Antrieb: 2x 12g CO₂-Kapseln

  • Kaliber: 4,5 mm (.177) Diabolo oder Stahl-BBs (je nach Modell)

  • System: Unterhebelrepetierer

  • Magazinkapazität: ca. 10–10 Patronenhülsen (Einzelschuss in Ladehülsen)

  • Energie: ca. 7,5 Joule (freiverkäuflich in Deutschland)

  • Geschwindigkeit: ~120–150 m/s (je nach Munition)

  • Lauflänge: ca. 450 mm

  • Gesamtlänge: ca. 960 mm

  • Material: Metallgehäuse, Holz- oder Kunststoffschaft

  • Nachlademechanismus: Realistische Hülsen-Auswurf-Funktion


4. Einsatzbereich

Diese Luftdruckwaffen sind nicht für Jagd oder Verteidigung gedacht, sondern:

  • Plinking (Freizeitschießen): Besonders unterhaltsam durch realistische Handhabung und Hülsenauswurf

  • Besonders interessant aufgrund der Ladehülsen – jede Diabolo-Munition wird in eine Metallhülse eingesetzt, was das Nachladen zu einem taktischen, authentischen Erlebnis macht. Der Auswurf der Hülsen beim Repetieren erzeugt ein realistisches Western-Feeling, das bei anderen Luftgewehren fehlt.
  • Scheibenschießen im Hobbybereich

  • Western-Reenactment oder Sammlungen

  • Einsteiger-Schießen mit wenig Rückstoß und geringem Risiko

Die authentische Bedienung und die Nachbildung echter Patronen machen das Schießen zu einem spaßigen und realistischen Erlebnis.


5. Leistungstest

Leistungstest bzw. Schusstest auf 10 Meter mit Standard Scheibe und zwei unterschiedlichen Munitionsarten, stehend aufgelegt.

  1. 4,5 Diabolo
  2. 4,5 Stahlrundkugel
Durchgang 1.) Diabolos 4,5

Durchgang 2.) Stahlrundkugeln 4,5

Schießstand: 10 Meter

Equipment:

  • Umarex Legend Cowboy Rifle
  • Panasonic Camcorder
  • Notebook
  • Software: BulletHawkHM
  • Munition:
    • 4,5 Diabolo
    • 4,5 Stahlrundkugel
  • Auflagebock


6. Fazit

Die Cowboy Rifle im Kaliber 4,5 mm Diabolo/Stahlrundkugel ist die perfekte Verbindung aus nostalgischem Western-Charme und moderner Freizeitwaffe. Sie bringt die Magie des Wilden Westens direkt in den Garten oder Hobbykeller – mit realistischem Repetier-Feeling, sicherer Luftdrucktechnik und hohem Spaßfaktor. Für Westernfans, Sportschützen und Sammler ist sie mehr als nur ein Luftgewehr – sie ist ein Stück lebendiger Legende.

Wie in dem Leistungstest ersichtlich, sind trotzt glattem Lauf auf 10 Meter, gute Ergebnisse erreichbar.

 

7. Detail